08.03.2018

Mädchenrealschule St. Josef schafft Chancengleichheit

Staatsministerin Emilia Müller zeichnete die Schule für gelungene Inklusion aus

„Hier an der Mädchenrealschule in Schwandorf wird sichtbar, was Barrierefreiheit bedeutet: gleiche Chancen und Möglichkeiten für junge Menschen mit und ohne Behinderung“, betonte Bayerns Sozialministerin Emilia Müller anlässlich der Auszeichnung der kirchlichen Schule für barrierefreies Lernen.

Im Rahmen eines würdevollen Festakts, dem zahlreiche Ehrengäste aus Kirche, Schulaufsicht, Stadt und Landkreis Schwandorf und der Schulfamilie beiwohnten, erfolgte die Übergabe des Signets „Bayern barrierefrei – Wir sind dabei!“ am 8. März 2018.

Die Mädchenrealschule baut Barrieren in den Köpfen ab

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Staatsministerin Emilia Müller zollte der Mädchenrealschule Respekt für ihre vorbildliche Wertevermittlung

Die Mädchenrealschule sei „eine wunderbare Schule mit herrlicher Atmosphäre“, die Inklusion „in ganz besonderer Weise“ ermögliche und „Barrierefreiheit zum Wohl der ganzen Schulfamilie“ verwirklichen, so die Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. „Die Mädchenrealschule St. Josef in Schwandorf baut Barrieren in den Köpfen ihrer Schülerinnen ab“, zeigte sie sich in ihrer Ansprache beeindruckt. Hier nehmen Schülerinnen der 8. Jahrgangsstufe seit vielen Jahren die Möglichkeit wahr, in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung, einem Seniorenheim oder einer anderen sozialen Institution das Sozialpraktikum „Compassion“ zu absolvieren. Dies fördere das Verständnis für Menschen, die unsere Aufmerksamkeit und Hilfe benötigen.

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Staatsministerin Emilia Müller übergibt das Signet "Bayern barrierefrei". Vertreter aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Schule sind dabei

Bauliche und ideelle Voraussetzungen

Barrierefreiheit schließe nicht nur bauliche Maßnahmen ein, sondern darüber hinausgehend auch ideelle Möglichkeiten als „unabdingbare Voraussetzung für die uneingeschränkte Teilhabe junger Menschen mit und ohne Behinderung am Schulleben“, bekräftigte Realschuldirektorin Marlies Hoffmann. Von Anfang an wurde beim Neubau und der Generalsanierung des Schulgebäudes von 2003 – 2007 an die Beseitigung baulicher Barrieren gedacht. Der Einbau automatischer Tore, eines ebenerdigen Eingangsbereichs in der Aula, eines Aufzugs und einer behindertengerechten Toilette öffnet die Mädchenrealschule auch für Schülerinnen mit Gehbehinderungen.

Die Schulleiterin erklärte, wie Inklusion letztlich gelingen kann: „Uns als lebendige und weltoffene Schule in katholischer Trägerschaft sind gelebte Werte wie Achtung vor der Würde des Menschen, Respekt, Toleranz sowie die Übernahme von Verantwortung für sich und andere ein zentrales Anliegen, eben gerade auch, was den Umgang der Mitglieder unserer Schulfamilie untereinander, ob mit oder ohne Behinderung, betrifft.“ Hierbei zeigten nicht nur Lehrkräfte und Mitarbeiter, sondern insbesondere auch Schülerinnen in ihrem Amt als „Klassenengel“ ihre Hilfsbereitschaft und Wertschätzung gegenüber jungen Menschen bzw. Mitschülerinnen mit einer dauerhaften Behinderung oder einer vorübergehenden Krankheit. Die Auszeichnung der Schule sei „Ansporn und Motivation, diesen Weg fortzusetzen, junge Menschen für ein respektvolles Miteinander zu sensibilisieren und eine barrierefreie Gesellschaft mitzugestalten“, versicherte die Direktorin.

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Das Auditorium verfolgt interessiert die Ausführungen der ehemaligen Schülerin Andrea Schindler

Die ehemalige Schülerin Andrea Schindler bestätigte, dass sie sich als junger Mensch mit Behinderung in der Schulfamilie der Mädchenrealschule „sehr wohl“ gefühlt habe, denn sie habe hier neben vielfältiger praktischer Hilfe auch „die Anerkennung und Zuwendung gefunden, die sich wohl jeder Mensch wünscht“. Die Schule habe „alles getan, um mir einen selbstbestimmen Schulalltag zu ermöglichen und mich in meiner persönlichen Entwicklung zu fördern“.

Gleiche Chancen für alle Schülerinnen

Stiftungsdirektor Domdekan Johannes Neumüller ging in seinem Grußwort auf die große Bedeutung der Teilhabe aller Schülerinnen am Schulleben sowie auf die getätigten Baumaßnahmen an der Mädchenrealschule ein, um allen Schülerinnen mit und ohne Behinderung „gleiche Chancen und Möglichkeiten“ gewähren zu können. Zugleich dankte er Staatsministerin Emilia Müller für die Unterstützung der Schulen. Oberbürgermeister Andreas Feller sah in der Auszeichnung der Mädchenrealschule „einen weiteren Meilenstein“ in der Entwicklung der Stadt Schwandorf, die bezüglich ihrer barrierefreien Gestaltung eine „Daueraufgabe“ zu bewältigen habe. Ebenso gratulierte Landrat Thomas Ebeling der Schule zu dem Signet und wies auf die „große Aufgabe“ des Landkreises hin, Barrieren an den Schulen abzubauen.

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Sarah Schißlbauer, 10 c und Regina Tauscher, 10 c überzeugten mit ihrer szenischen Hinführung zum Thema „respektvolles Miteinander“

Einen stilvollen Rahmen der Feierstunde boten niveauvolle tänzerische, vokale und instrumentale Darbietungen von Schülerinnen unter der Initiative bzw. Leitung von Direktorin Marlies Hoffmann und Studienrätin Janett Vetter. Eingangs veranschaulichten Sarah Schißlbauer und Regina Tauscher (beide Klasse 10c) das Thema Inklusion tänzerisch überaus ansprechend. Stefanie Kron (10b) beeindruckte mit dem Sologesang „Du baust mich auf“ und Simone Zinnbauer (7a) interpretierte „Tears in Heaven“ sehr einfühlsam an der Querflöte. Äußerst wirkungsvoll brachte die Gesangsformation VOICED den Song „Liebe ist meine Rebellion“ zu Gehör. Bei einem abschließenden Gedankenaustausch am kalten Buffet, für das Schülerinnen des Wahlfaches Body and Soul unter der Regie von Fachoberlehrerin Theresia Lorenz eine Fastenbrotzeit vorbereitet hatten, ließ man die Zertifizierungsfeier ausklingen.

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Hochrangige Ehrengäste und Repräsentanten der Schulfamilie feierten mit einem Festakt die Übergabe des Signets „Bayern barrierefrei“

„Bayern barrierefrei“

  • Das Signet „Bayern barrierefrei – Wir sind dabei!“ steht für einen konkreten und beachtlichen Beitrag zur Barrierefreiheit in Schulen.
  • Es weist aber auch auf nachahmenswerte Beispiele und Partner hin, die sich zusammen mit dem Freistaat engagieren.
  • Sozialministerin Emilia Müller wies darauf hin, dass die bayerische Staatsregierung bis März 2018 rund 450 Millionen Euro in Maßnahmen zur Förderung der Barrierefreiheit in öffentlichen Einrichtungen investiert hat, die bis 2023 abgeschlossen sein sollen.
  • Mit der Initiative der bayerischen Staatsregierung „Bayern barrierefrei“ soll allen Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes, gleichberechtigtes Leben in einer inklusiven Gesellschaft ermöglicht werden.

Irmgard Bink

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