Auftakt im Freilandmuseum Oberpfalz
Den Auftakt bildete ein Besuch im Freilandmuseum Oberpfalz. In zwei Aktivprogrammen konnten die Schülerinnen Geschichte unmittelbar erleben und zugleich Bezüge zu aktuellen Fragestellungen herstellen.
Unter dem Motto „Alles sauber!? – Hygiene im Blick“ erkundeten sie die Hygienesituation in einem oberpfälzischen Museumsanwesen um das Jahr 1925. Anhand historischer Geräte erfuhren sie, wie aufwendig die Wäschepflege früher war. Beim Stampfen, Rumpeln und Wringen konnten sie selbst ausprobieren, wie viel Kraft und Zeit für saubere Kleidung notwendig waren. Ein gemeinsam gestalteter Zeitstrahl mit historischen Gegenständen zeigte, seit wann Zahnbürste, Toilettenpapier und Waschmaschine zum Alltag gehören und wie sich Wasserversorgung und Abfallentsorgung entwickelt haben.
Im Praxisteil stellten die Schülerinnen selbst ein wirkungsvolles Reinigungsprodukt her. Darüber hinaus gingen sie der Frage nach, welche Hygieneartikel tatsächlich notwendig sind und worauf verzichtet werden kann, um Ressourcen zu schonen und den eigenen CO₂-Ausstoß zu verringern. Mithilfe von Memorykarten erhielten sie außerdem Einblicke in den Lebensalltag von Menschen in verschiedenen Regionen der Welt. Dabei wurde deutlich, dass sauberes Trinkwasser und sichere sanitäre Einrichtungen bis heute keineswegs überall selbstverständlich sind.
Das zweite Aktivprogramm stand unter dem Titel „Huhn und Haltung“. Hier verglichen die Schülerinnen die Nutztierhaltung auf Bauernhöfen früherer Zeiten mit der Haltung auf modernen landwirtschaftlichen Betrieben. Im Mittelpunkt standen die auf dem Museumsgelände lebenden Hühner. Durch genaue Beobachtung und eigene Recherche erarbeiteten die Jugendlichen, welche natürlichen Bedürfnisse Hühner haben und welche Voraussetzungen für ein tierwohlgerechtes Leben erfüllt sein müssen.
Anschließend setzten sie sich mit verschiedenen modernen Haltungsformen auseinander – von der Käfig- und Bodenhaltung über die Freilandhaltung bis hin zur biologischen Haltung. Dabei diskutierten sie die Unterschiede zwischen artgerechter Tierhaltung und Massentierhaltung, reflektierten ihre eigenen Vorstellungen und suchten nach möglichen Lösungen für die mit intensiver Nutztierhaltung verbundenen Probleme.
Von der Kakaobohne zur Schokolade
Am zweiten Projekttag verfolgten die Schülerinnen den Weg von der Kakaobohne bis zur fertigen Schokolade. Sie lernten die verschiedenen Stationen der Herstellung kennen und beschäftigten sich mit den Bedingungen, unter denen Kakao angebaut, verarbeitet und gehandelt wird. Dabei rückten auch Fragen des fairen Handels und des verantwortungsbewussten Konsums in den Mittelpunkt.
Landwirtschaft und fairer Konsum in der Schule
Am folgenden Projekttag kamen Referentinnen und Referenten der Firma HORSCH sowie des Jugendzentrums Schwandorf an die Schule und gestalteten dort zwei informative und praxisnahe Angebote.
Unter der Leitfrage „Woher kommen unsere Lebensmittel?“ gewährte die Firma HORSCH den Schülerinnen Einblicke in die moderne Landwirtschaft. Sie erfuhren, wie technische Entwicklungen die landwirtschaftliche Arbeit unterstützen und welche Schritte notwendig sind, damit Lebensmittel erzeugt werden können. Dabei wurde deutlich, wie eng Landwirtschaft, Technik, Ernährung und ein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen miteinander verbunden sind.
Im Projekt „Die faire Jeans“ des Jugendzentrums Schwandorf wurde anschließend ein alltägliches Kleidungsstück genauer unter die Lupe genommen. Die Schülerinnen verfolgten dessen globale Produktions- und Handelswege und setzten sich mit Rohstoffen, Arbeitsbedingungen und den ökologischen Folgen der Textilherstellung auseinander. Gemeinsam überlegten sie, wie Kleidung bewusster und nachhaltiger konsumiert werden kann.
Brandschutz und Umweltbildung zum Abschluss
An den beiden abschließenden Projekttagen besuchten die Klassen die Freiwillige Feuerwehr Regenstauf und die LBV-Umweltstation. Bei der Feuerwehr erhielten die Schülerinnen wichtige Informationen zu Brandschutz und Unfallverhütung, zum richtigen Verhalten im Notfall sowie zu den vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben der Einsatzkräfte.
In der LBV-Umweltstation konnten sie Natur und Umwelt praktisch erkunden. Die anschaulichen Angebote stärkten das Bewusstsein dafür, wie wichtig der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist und wie jede Einzelne durch ihr Verhalten einen Beitrag dazu leisten kann.
Die Projektwoche verband schulisches Lernen auf gelungene Weise mit praktischen Erfahrungen und Begegnungen mit außerschulischen Partnern. Die Schülerinnen konnten selbst aktiv werden, Zusammenhänge erkennen, eigene Einstellungen hinterfragen und zahlreiche Anregungen für einen verantwortungsvollen Alltag mitnehmen.
Ein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Einrichtungen, Referentinnen und Referenten sowie den begleitenden Lehrkräften, die diese informative und erlebnisreiche Woche ermöglicht haben.